Weltcupfinale in der Schweiz

Mit routinierter Sorgfalt zauberten die Organisatoren ein wahres Orientierungslauf-Fest für Läufer und Zuschauer in das touristisch geprägte Städtchen unterhalb der Eigernordwand. Die Bahnen waren extrem fordernd geplant, und mit dutzenden Höhenmetern bestückt.

Das raue Gelände kam den Schweizer Läufern offenbar zu Gute, welche zahlreiche TOP-Platzierungen zu verzeichnen hatten. Beeindruckend war insbesondere der Souveräne Weg von Mathyas Kyburz zum Weltcup-Gesamtsieger, der gleich beide Einzelläufe für sich entscheiden konnte!

Nachdem Ich mich das Jahr überviel mit dem alpinen Gelände auseinandergesetzt hatte und neben dem Trainingslagern in Villach und im frz. Jura an mehreren Schweizer-Nationalen-OLs teilgenommen habe lag mir das Gelände im Vergleich zu Lettland definitiv besser, doch die lange Saison habe natürlich Spuren hinterlassen. Darüber hinaus hatte ich mich über den Sommer auch organisatorisch ziemlich verzettelt.

Die Nominierung zu diesem OL-Fest in alpinen Gelände hatte ich daher fast schon nicht mehr zu erhoffen gewagt. Darüber bin ich einerseits etwas peinlich berührt, andererseits aber auch wahnsinnig glücklich. Gerade da ich noch im ersten Elitejahr bin sind solche internationale Erfahrungen unglaublich motivierend und wertvoll.

 

Leider machte ich auf der Langdistanz schon früh einen großen Fehler, indem ich mich im Hang deutlich zu weit fallen lies anstatt wieder direkt raus auf den Weg zu gehen. Danach fand ich endlich in die Karte und fühlte mich auch körperlich gut, verlor aber im zweiten Teil des Rennens nochmal einige Zeit auf Umlaufrouten. Nach der Zielpassage und hartem Kampf mit vielen, vielen Höhenmetern bedeutete das schlussendlich der 74.Rang.

 

Durch den hohen technischen Anspruch der Mitteldistanz musste ich viele Passagen quasi mit Handbremse laufen, die mich aber letzlich leider nicht vor allen Fehlern bewarte..

 

Bei der abschließende Sprintstaffel startete ich in zweiter Position im Mixtteam mit zwei Däninen, sowie Remo Ruch aus der Schweiz.

Leider durchlief unsere Schlussläuferin ein Sperrgebiet, weswegen wir auser Wertung waren, aber dem Spaß an der Disziplin voller Zuschauer und Gegnerkontakt hat bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen. Nach einem dramatischen Rennen siegte auch hier vor heimatlicher Kulisse das Schweizer Team unter Begeisterungsstürmen der Zuschauer.

 

Für den Winter möchte ich nach einer Pause vor allem intensiv an meiner physischen Form arbeiten, um mich auch weiter für internationale Einsätze empfehlen zu können.

 

Mehr Berichte zu den einzelnen Wettkämpfen und dem Abschneiden des Deutschen Teams gibt es hier.

 

Text: Cedric Guthier

Bilder: Fred Härtelt